Die Kreuzigung

Pilatus gab den Befehl, Jesus zu kreuzigen. Jesus wurde angewiesen, selbst sein Kreuz zu tragen, das bedeutet: allein den Querbalken, der circa dreißig bis vierzig Kilogramm gewogen hat. Als Zimmermann war Jesus es gewohnt schwere Balken zu tragen, aber dieses Mal konnte er es nicht. Der Weg nach Golgatha war schmal und abschüssig, das Pflaster schlecht und außerdem drängte sich eine Menschenmenge durch die Gasse. Entlang dieses Wegs musste Jesus den schweren Querbalken auf seine stark verwundeten Schultern tragen. Vermutlich stürzte er einige Male. Daraufhin wurde Simon von Kyrene gezwungen das Kreuz Jesu zu übernehmen.

Gegen 9.00 Uhr morgens erreichte die Menschenmenge Golgatha, die Schädelstätte. Hier zogen sie Jesus seine Kleider vom Leib. Entkleidet vor den Augen seiner eigenen Mutter und derer, die ihm nahe standen. Geschändet vor seiner eigenen Familie musste er sich mit seinen roh gegeißelten Schultern auf den hölzernen Querbalken legen und wurde er dann, innerhalb weniger Minuten, von den römischen Soldaten ans Kreuz genagelt. 64 .

Die sechs Stunden andauernde Kreuzigung war für Jesus eine qualvolle Symphonie von Schmerzen, die mit jeder Bewegung zunahm. Selbst ein Windzug auf seiner Haut konnte einen unerträglichen Schmerz verursachen. Seine Lippen waren aufgerissen. Sein Mund und seine Kehle waren so trocken, dass er nicht mehr schlucken konnte; seine Stimme so heiser, dass ihm das Sprechen schwer fiel. Das letzte Mal, dass er etwas getrunken hatte, war bei der Passafeier im oberen Saal. Seitdem hatte er nicht mehr geschlafen, war den Kampf mit unseren Sünden angegangen, war geschlagen worden, angespuckt, gegeißelt und gekreuzigt. Während all dieser Zeit hatte keinen Tropfen Flüssigkeit den Durst seiner trockenen Kehle gelindert. Sechs Stunden lang hing er wie eine Masse rauen Fleisches an dem Kreuz. Kaum noch in der Lage überhaupt etwas zu sprechen, sprach Jesus die berühmt gewordenen Worte: „Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“ 65

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